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Gesundheit7 min Lesezeit

Sommerekzem beim Pferd: Supplemente, Prävention und Darm-Haut-Achse

Sommerekzem (Sweet Itch) betrifft eines von zehn Pferden in den Benelux-Ländern. Lies, wie Mücken die allergische Reaktion verursachen, wie die Darmgesundheit die Haut beeinflusst und welche Supplemente helfen, den Juckreiz zu verringern.

Sommerekzem, auch Sweet Itch oder Dermatitis aestivalis recidivans genannt, ist eine der frustrierendsten Hauterkrankungen bei Pferden. Zwischen Mai und September sind die ersten Anzeichen oft bereits sichtbar. Dieser Artikel erklärt, woher die Erkrankung kommt, warum der Darm eine so große Rolle spielt und wie du deinem Pferd mit gezielter Fütterung und Supplementen durch die Saison hilfst.

Was ist Sommerekzem genau?

Sommerekzem ist keine gewöhnliche Hautkrankheit, sondern eine allergische Reaktion. Das Pferd reagiert überempfindlich auf den Speichel von Gnitzen (Culicoides), winzigen Mücken, die von der Dämmerung bis zum Sonnenaufgang aktiv sind. Bei jedem Stich gibt die Gnitze Speichelproteine ab, die in einer gesunden Haut nicht einmal bemerkt werden. Bei einem empfindlichen Pferd verursachen dieselben Proteine eine Entzündungsreaktion, die Stunden bis Tage anhält.

Das Ergebnis ist heftiger Juckreiz, vor allem am Mähnenkamm, an der Schweifrübe und an der Bauchlinie. Das Pferd scheuert sich, bis die Haut aufreißt, Schorf bildet und Haare ausfallen. In schweren Fällen entstehen offene Wunden, die sekundär infiziert werden.

Symptome des Sommerekzems

  • Heftiges Scheuern an Boxenwänden, Zäunen oder Bäumen
  • Kahle Stellen an Mähnenkamm, Schweifrübe und Bauchlinie
  • Krustenbildung, schuppige Haut und kleine offene Wunden
  • Unruhiges Verhalten in der Dämmerung und am frühen Morgen
  • Verringerter Appetit in den Spitzenzeiten
  • Wiederkehrendes Muster Jahr für Jahr, immer früher und heftiger

Die Darm-Haut-Achse: warum Ernährung zählt

Forschung der letzten zehn Jahre zeigt, dass die Haut und der Darm durch das Immunsystem eng miteinander verbunden sind. Ein großer Teil des Immunsystems des Pferdes sitzt in der Darmwand. Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht ist, kommen mehr Entzündungsmediatoren in den Blutkreislauf, und diese machen die Haut anfälliger für allergische Reaktionen.

Konkret bedeutet dies: Ein Pferd mit einem gesunden Darm reagiert weniger heftig auf Mückenstiche als ein Pferd mit einer gestörten Flora. Dies ist keine alternative Theorie mehr, sondern ein Mechanismus, der in der Fachliteratur über equine Atopie diskutiert wird. Lies auch unseren Artikel über Darmgesundheit bei Pferden für den breiteren Kontext.

Prävention: die Saison vorbereiten

Beginne im April, nicht im Juni. Warten, bis die ersten Reibstellen erscheinen, ist zu spät. Das Immunsystem benötigt sechs bis acht Wochen, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Beginne daher spätestens Ende April mit der Unterstützung.

Begrenze die Mückenexposition. Gnitzen fliegen vor allem in der Dämmerung und über stehendem Wasser. Halte das Pferd von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang im Stall, verwende feinmaschige Fliegengitter am Stall und stelle große Ventilatoren in die Box. Mücken sind schlechte Flieger und vermeiden Luftströme über 1 m/s.

Ekzemerdecke bei empfindlichen Pferden. Eine gut schließende Ekzemerdecke mit Bauchlatz und Schweifklappe schützt die Risikozonen wirksam. Kombiniere sie mit einer feinmaschigen Kopfmaske während der Weidezeiten.

Vermeide hohe Fruktanwerte. Zuckerreiche Gräser sorgen vor allem nach kalten Nächten mit anschließend sonnigen Tagen für eine Fruktanspitze, die die Darmflora stört. Begrenze die Weidezeit in diesen Phasen oder verwende eine Fressbremse.

Welche Supplemente helfen wirklich

Probiotika und Darmunterstützung. PH unterstützt die Darmflora und den pH-Wert des Magens, was sich direkt auf die Widerstandskraft der Haut auswirkt. Gib es am besten täglich, beginnend sechs Wochen vor der Saison.

Entzündungshemmende Unterstützung. Tonic enthält eine Kombination von Kräutern und Mineralien, die das allgemeine Widerstandsniveau erhöhen. Bei Pferden mit chronischem Ekzem ist ein niedriges Entzündungsniveau ein wichtiges Ziel.

Omega-3-Fettsäuren. Leinöl oder ein spezifisches Omega-3-Supplement verschiebt das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Prostaglandinen. Die Haut wird widerstandsfähiger und die Juckreaktion milder.

Vermeide dopinggefährdete Kräuter. Einige beliebte Ekzemkräuter, wie Brennnessel-Extrakte in hohen Konzentrationen, können bei Turnierpferden positive Dopingtests verursachen. Lies unseren Artikel über FEI-Dopingregeln für die sichere Auswahl.

Wann zum Tierarzt

Ruf deinen Tierarzt, wenn:

  • Offene Wunden entstehen, die nicht innerhalb von drei Tagen heilen
  • Das Pferd Fieber bekommt oder deutlich weniger frisst
  • Die Schwellung sich außerhalb der typischen Zonen ausbreitet
  • Herkömmliche Ekzemmaßnahmen nach drei Wochen keine Verbesserung bringen

Der Tierarzt kann Corticosteroide für akute Spitzen verschreiben oder eine Hyposensibilisierungstherapie starten, bei der das Pferd durch Injektionen allmählich weniger empfindlich gegen Mückenspeichel wird. Beides ersetzt keine strukturelle Prävention durch Fütterung und Management.

Fazit

Sommerekzem ist kein unvermeidbares Schicksal. Mit früher Prävention, schlauem Management der Mückenexposition und gezielter Unterstützung der Darm-Haut-Achse ist die Juckperiode Jahr für Jahr zu begrenzen. Beginne früh, denk in Saisons statt in Spitzen und wähle Supplemente, die das breitere Immunsystem unterstützen, anstatt nur das Symptom zu unterdrücken.

Sieh dir weitere Artikel in unserer Wissensdatenbank an oder lies weiter über die Rolle des Darms.

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