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Gesundheit8 min Lesezeit

Sandkolik beim Pferd: Ursachen, Symptome und Prävention

Sandkolik entsteht, wenn ein Pferd Sand frisst, der sich im Darm ansammelt. Erfahre, wie du eine Sandansammlung erkennst, warum kurze Weiden und der Sommer das Risiko erhöhen und wie du den Darm durch Management und gezielte Unterstützung schützt.

Sandkolik entsteht, wenn ein Pferd beim Grasen Sand aufnimmt, der sich im unteren Dickdarm ansammelt und die Darmfunktion stört. Das Risiko steigt auf kahlen, kurzen oder sandigen Weiden, besonders in einem trockenen Sommer. Dieser Artikel erklärt, wie eine Sandansammlung entsteht, wie man sie erkennt und wie man ihr durch Fütterung und Management vorbeugt.

Was ist Sandkolik genau?

Ein Pferd, das auf kurzem oder kahlem Boden grast, nimmt unvermeidlich etwas Sand auf. Kleine Mengen passieren den Darm ohne Probleme, aber bei regelmäßiger Aufnahme sinkt der Sand zum tiefsten Punkt des Dickdarms und sammelt sich dort an. Dieser Sand reizt die Darmwand, stört die normale Darmbewegung (Peristaltik) und kann in schweren Fällen eine Verstopfung oder sogar eine Darmverlagerung verursachen.

Symptome der Sandkolik

  • Wiederkehrende, milde Kolikzeichen: Unruhe, Blick zum Bauch, Scharren
  • Durchfall oder trockenerer Kot als sonst
  • Verminderter Appetit und allmählicher Gewichtsverlust
  • Stumpfes Fell und insgesamt weniger fitter Eindruck
  • Körniger Sand sichtbar im Kot
  • Bei starker Ansammlung: heftige Kolikschmerzen und aufgeblähter Bauch

Ein einfacher Test für zu Hause: Gib mehrere Kotballen in einen Handschuh oder Eimer mit Wasser, knete sie auf und lass sie absetzen. Sandkörner am Boden weisen auf eine Aufnahme hin, auch wenn ein sauberer Test eine Ansammlung weiter oben im Darm nicht ausschließt.

Warum der Sommer das Risiko erhöht

In einem trockenen Sommer wird das Gras kurz und spärlich. Pferde grasen dann tiefer, bis zu den Wurzeln, und nehmen mehr Boden auf. Auch überweidete oder sandige Weiden und das Füttern von Raufutter direkt vom Boden erhöhen die Sandaufnahme. Je weniger Gras, desto größer das Risiko, und das genau dann, wenn die Weidezeit im Sommer am längsten ist.

Die Rolle eines gesunden Darms

Ein gut funktionierender Darm mit stabiler Flora und flüssiger Peristaltik führt kleine Mengen Sand auf natürliche Weise ab. Ist die Darmfunktion gestört, zum Beispiel durch Stress, Übersäuerung oder eine einseitige Fütterung, bleibt Sand leichter liegen und häuft sich schneller an. Ein stabiler Darm ist also die erste Verteidigungslinie. Lies auch unseren Artikel über Darmgesundheit bei Pferden.

Prävention: Sandaufnahme begrenzen

Füttere niemals direkt vom Boden. Verwende Futtertröge, Heuraufen oder Gummimatten unter dem Heu auf sandigem Boden. Das ist die wichtigste Einzelmaßnahme.

Vermeide Überweidung. Wechsle die Weiden ab und nimm das Pferd von der Koppel, bevor das Gras bis zu den Wurzeln abgefressen ist. Bei kurzem Gras: Ergänze Heu, damit das Pferd nicht aus Hunger scharrt.

Gib ausreichend Raufutter. Ein kontinuierlicher Faserfluss hält den Darm in Bewegung und hilft, Sand mechanisch abzuführen. Fasern sind der natürliche Besen des Darms.

Sorge für immer frisches Wasser. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme hält den Darminhalt geschmeidig und fördert die Passage.

Welche Unterstützung hilft

Darm- und pH-Gleichgewicht. PH unterstützt die Säurebalance und die Darmflora, sodass der Darm besser funktioniert und kleine Mengen Sand leichter abgeführt werden. Ein stabiles Darmmilieu ist die Basis, um wiederkehrenden Koliken vorzubeugen.

Erholung nach Belastung und Stress. Lacta Ease unterstützt die Regeneration und hilft, einer Übersäuerung entgegenzuwirken, was der gesamten Darmbalance zugutekommt, gerade bei Sport- und Turnierpferden, die besonders empfindlich auf stressbedingte Darmbeschwerden reagieren.

Ergänzung, kein Ersatz. Supplemente unterstützen einen gesunden Darm, lösen aber eine bestehende Sandansammlung nicht auf. Vermutest du eine Ansammlung, wende dich immer zuerst an den Tierarzt.

Wann zum Tierarzt

Ruf deinen Tierarzt, wenn:

  • Dein Pferd Kolikzeichen zeigt, die nicht innerhalb kurzer Zeit verschwinden
  • Der Bauch aufgebläht ist und das Pferd deutlich Schmerzen hat
  • Wenig oder kein Kot abgesetzt wird
  • Du wiederholt Sand im Kot findest

Der Tierarzt kann eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung machen, um eine Sandansammlung nachzuweisen, und behandelt mit Psylliumkuren, Flüssigkeitszufuhr oder in schweren Fällen mit einer Operation. Frühes Eingreifen verhindert, dass aus einer milden Ansammlung eine lebensbedrohliche Verstopfung wird.

Fazit

Sandkolik ist mit den richtigen Fütterungsgewohnheiten gut vermeidbar. Füttere niemals vom Boden, vermeide Überweidung und halte den Darm mit ausreichend Raufutter und stabiler Flora in Bewegung. Pass in einem trockenen Sommer besonders auf, denn kurzes Gras bedeutet mehr Sandaufnahme. Unterstütze den Darm dauerhaft und wende dich im Zweifel rechtzeitig an den Tierarzt.

Entdecke weitere Artikel in unserer Wissensdatenbank oder lies weiter über die Rolle des Darms.

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