Hufrehe ist eine Entzundung der Lederhaut im Huf, die im Sommer durch zuckerreiches Weidegras stark zunimmt. Es ist ein Notfall: Jede Stunde zahlt bei den ersten Anzeichen. Dieser Artikel erklart, wie Hufrehe entsteht, wie man sie fruh erkennt und wie man das Risiko durch intelligentes Weidemanagement und gezielte Ernahrung senkt.
Was ist Hufrehe genau?
Im Huf verbindet die Lederhaut (Lamellen) das Hufbein mit der Hufwand. Bei Hufrehe werden diese Lamellen entzundet und geschwacht. In schweren Fallen verliert das Hufbein seinen Halt und kippt oder sinkt, was bleibende Schaden verursacht. Die Erkrankung ist schmerzhaft und kann ein Pferd innerhalb von Tagen lahm machen.
Die meisten Sommerfalle entstehen nicht im Huf selbst, sondern im Darm und im Stoffwechsel. Zu viel Zucker und Fruktane aus jungem, schnell wachsendem Gras storen die Darmflora. Dabei werden Entzundungsmediatoren freigesetzt, die uber den Blutkreislauf die empfindlichen Lamellen im Huf angreifen.
Symptome der Hufrehe
- Steifer, vorsichtiger Gang, besonders auf hartem oder steinigem Untergrund
- Die typische 'Sagebockstellung': Vorderbeine nach vorne, Gewicht nach hinten
- Warme Hufe und ein fuhlbarer Puls an der Kronrand
- Unwilligkeit zu bewegen, zu drehen oder einen Fuss anzuheben
- Ofteres Liegen als normal
- Druckempfindlichkeit bei Untersuchung mit der Hufzange
Beobachten Sie mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig? Rufen Sie sofort Ihren Tierarzt und nehmen Sie das Pferd vom Gras. Hufrehe ist keine Erkrankung, die man abwarten sollte.
Warum der Sommer die Hochsaison ist
Gras bildet unter Sonneneinfluss Zucker und speichert ihn als Fruktan. An sonnigen Tagen nach kalten Nachten, typisch im Spatfruhling und Sommer, kann der Fruktangehalt stark ansteigen. Ein Pferd, das in dieser Zeit unbegrenzt weidet, bekommt eine Zuckerbombe verabreicht, die den Dickdarm uberlastet. Besonders Ponys, altere Pferde und Tiere mit Ubergewicht oder EMS (equines metabolisches Syndrom) laufen dann grosses Risiko.
Die Rolle von Darm und Stoffwechsel
Eine gesunde Darmflora fangt Schwankungen im Futter auf. Gerat die Flora durch einen Zuckeruberschuss aus dem Gleichgewicht, sinkt der pH-Wert im Dickdarm und nutzliche Bakterien sterben ab. Dabei werden Toxine und Entzundungsmediatoren freigesetzt, die die Lamellen im Huf beschadigen. Ein stabiler Darm und eine gut funktionierende Leber sind daher die Basis der Hufrehe-Pravention. Lesen Sie auch unseren Artikel uber Darmgesundheit bei Pferden fur den weiteren Kontext.
Pravention: Die Saison sicher durchstehen
Begrenzen Sie die Weidezeit in Risikomomenten. Vermeiden Sie Weiden an sonnigen Tagen nach kalten Nachten, wenn der Fruktangehalt am hochsten ist. Lassen Sie das Pferd lieber fruh am Morgen weiden, nicht am Nachmittag.
Verwenden Sie einen Weidemaulkorb. Ein gut passender Weidemaulkorb reduziert die Grasaufnahme um die Halfte bis zu drei Viertel, ohne dass das Pferd von der Weide genommen werden muss.
Halten Sie das Gewicht unter Kontrolle. Ubergewicht ist der grosste Risikofaktor. Ein Pferd mit dickem Nackenkamm und Fettdepots hinter den Schultern hat ein erhohtes Hufrehe-Risiko. Bewegen Sie taglich und wiegen Sie das Futter.
Wahlen Sie faserreiches, zuckerarmes Raufutter. Lassen Sie Heu bei Bedarf analysieren oder einweichen, um den Zuckergehalt zu senken, und erganzen Sie mit Stroh fur extra Struktur.
Welche Unterstutzung hilft
Leber- und Stoffwechselunterstutzung. Tonic unterstutzt die Leber, die bei hohen Futterrationen und Zuckeruberschuss schnell uberlastet wird. Eine gut funktionierende Leber verarbeitet Abfallstoffe effizienter und senkt die Entzundungsbasis, was bei Risikopferden ein wichtiges Praventionsziel ist.
Darm- und pH-Gleichgewicht. pH+ unterstutzt die Sarebalance und die Darmflora, genau dort, wo ein Hufrehe-Anfall oft beginnt. Indem Sie den Dickdarm stabil halten, fangen Sie Zuckerspitzen besser ab. Geben Sie dies vorzugsweise strukturell wahrend der Weidesaison, nicht erst nach den ersten Beschwerden.
Vermeiden Sie dopingempfindliche Schmerzmittel bei Turnierpferden. Einige entzundungshemmende Krauter stehen auf der FEI-Verbotsliste. Lesen Sie unseren Artikel uber FEI-dopingfreie Supplemente fur die sichere Auswahl.
Wann zum Tierarzt
Rufen Sie Ihren Tierarzt sofort, wenn:
- Ihr Pferd plotzlich lahm ist oder sich nicht bewegen will
- Die Hufe warm sind und der Puls an der Kronrand klopft
- Das Pferd die typische Sagebockstellung annimmt
- Frubere Hufrehe zuruckkehrt, auch bei milden Anzeichen
Der Tierarzt beurteilt den Schweregrad, verschreibt Schmerzlinderung und Entzundungshemmung und berat uber orthopadisches Beschlag oder Boxenruhe. Schnelle Behandlung ist entscheidend fur die Genesung und verhindert bleibende Schaden am Hufbein.
Fazit
Hufrehe ist weitgehend vermeidbar. Intelligentes Weidemanagement, Gewichtskontrolle und ein stabiler Darm bilden zusammen den besten Schutz. Beginnen Sie die Pravention zu Beginn der Weidesaison, nicht erst bei den ersten Anzeichen, und denken Sie in Jahreszeiten: Der Sommer erfordert erhohte Wachsamkeit. Unterstutzen Sie Leber und Darm strukturell, und nehmen Sie Ihr Pferd bei Zweifeln sofort vom Gras.
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